Grillabend der Selbsthilfegruppe Hörgeschädigte Emsdetten.

Zu einem gemütlichem Grillabend und dem Regenwetter zum Trotz, traf sich die Selbsthilfegruppe Hörgeschädigte am Dienstagabend im Goldenen Ring in Emsdetten. In lockerer Runde und sehr herzlicher Atmosphäre befasste man sich nicht nur mit dem eigentlichen Thema der Hörschädigung. Wer aber aufmerksam war bemerkte, dass auch vermeintlich themenfremde Gespräche sehr schnell wieder auf das Problem der Hörschädigung hinausliefen. „Es ist eine Kunst ein Hörgerät so einzustellen, dass es wirklich etwas bewirkt“, bemerkte ein Betroffener. „Ein Hörgerät stellen Sie nicht einfach lauter wenn Sie etwas hören wollen, das hilft nicht“. Für einen Laien ein nicht selbstverständliches Wissen. Auch den an diesem Abend anwesenden Angehörigen helfen die Aussagen eines Mitbetroffenen den Partner besser zu verstehen. „Meine Frau hat mir erst geglaubt, als Du ihr das Problem geschildert hast“, klang es lachend aber durchaus ernst gemeint aus einem Gespräch. Die Selbsthilfegruppe kann nicht nur untereinander Hilfestellung und Unterstützung leisten, sondern auch privat zu besserem Verständnis der Angehörigen führen.

shg emsdetten Bild 3Ein wichtiges Thema des Abends war ein technisches Hilfsmittel, um in einer Gesprächsrunde oder einer Veranstaltung den Sprecher gut zu verstehen. Moderne Hörgeräte verfügen über einen Empfänger der ein Funksignal empfangen kann, welches der Sender, ein Mikrofon oder eine beliebige andere Quelle, überträgt. So ist es möglich einen Sprecher auf Veranstaltungen individuell auf dem eigenen Hörgerät zu empfangen. Obwohl die Selbsthilfegruppe über die technischen Geräte verfügt, ist es immer wieder ein Problem auf Veranstaltungen darauf zugreifen zu können. „In den seltensten Fällen gelingt es dem Veranstalter, uns seine Tonquellen oder Sprecher auf unsere Anlage zu übertragen“, moniert ein Betroffener. „ Es gibt die Zusatztechnik, die uns unterstützen könnte auf Veranstaltungen entspannter zu hören, nur kennt sich vor Ort kaum einer damit aus.“ Selbst ein Besuch im Kino scheint mit diesen Hilfsmitteln wieder möglich zu sein. Ein erster Test im Emsdettener Kino hat schon zu guten Ergebnissen geführt.
Barrierefreies Hören wird es für Hörgeschädigte wohl nie geben, aber was an diesem Abend einmal wieder bemerkenswert zutraf, ist, dass verständnisvoller Umgang miteinander ein großer Schritt in Richtung Hilfe sein kann.

Bericht und Fotos: Holger Lange

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