Erfahrungen Betroffener

»Barrierefreies Hören ist ein besonderer Wunsch vieler Hörgeschädigter. Leider sind die Lautsprecher in großen Räumen keine Hilfe zum Ver­stehen. Daher sind bei Vorträgen, Seminaren, in Kirchen oder bei kulturellen Veranstaltungen, wie im Theater und im Kino, technische Unter­stützungen notwendig. Um Hörgeräte- und Cochlea-Implantat-TrägerInnen die Teilnahme am gesell­schaftlichen Leben zu ermöglichen, setze ich mich für induktive Höranlagen und für Funkübertragungsanlagen (FM-Anlagen) ein.«
Anna Maria K., Bauingenieurin

 

»Bei Unterrichtsgesprächen, besonders wenn Nebengeräusche da waren, musste ich immer öfter nach­fragen, wenn Schüler etwas sagten. Im Lehrerzimmer, bei Konferenzen fühlte ich mich häufig unsicher, weil ich dem Gespräch manchmal nicht folgen konnte. Auch Elternabende wurden immer anstrengender, weil ich ständig äußerste Konzentration aufbringen musste, um ausreichend zu verstehen.«
Helga Sch. B. Grundschullehrerin

 

»Bei Fortbildungen, Work-Shops, Treffen in Gruppen, Kneipen- und Restaurantbesuchen fiel es mir immer schwerer, den Gesprächen zu folgen. Auch im Kino verstand ich nicht mehr viel von dem, was gesagt wurde. Meine Freizeit verbrachte ich immer häufiger allein oder im Gespräch mit einer Person, auch Fernsehen oder Musik hören waren kein Vergnügen mehr. Komplexe Hörsituationen – in großen Räumen mit vielen Menschen – mied ich.«
Christa L., Kauffrau

 

»Als Hörgeschädigter benötigt man Selbstbewusstsein und Schlagfertigkeit. Selbstbewusstsein, um immer und überall im Gespräch auf die nicht sichtbare Schwer­hörigkeit
hin­zuweisen. Schlagfertigkeit, um fehl­verstandene Situationen zu retten. Ist nicht immer einfach, funktioniert aber in der Regel gut.«
Stefan H., Architekt

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